Waffenlauf

 

Waffenläufer
Auf der Außenseite einer Trinkschale (Kylix) aus dem ausgehenden 6. Jhd. v. Chr. ist ein Waffenläufer dargestellt. Im späten 6. Jhd. trugen die Teilnehmer Beinschienen, Helm und Schild.
(Bild: Foto von © Trustees of the British Museum unter CC BY-NC-SA 4.0 lizensiert)

Der Waffenlauf ist zum ersten Mal 520 v. Chr. in Olympia nachweisbar. Obwohl dieses Rennen erst relativ spät ins Programm der Olympischen Spiele aufgenommen wurde, stammt es noch aus der Zeit, als sportliche Wettbewerbe als Kampftraining dienten.
Die Läufer legten die Strecke eines Diaulos mit einem Helm, Beinschienen und einem Schild zurück. Mit Ausnahme der Rüstung waren sie nackt. Die Beinschienen wurden bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. abgeschafft, die Helme nach dem 4. Jahrhundert. Pausanias zufolge wurden die 25 Schilde, die man den Teilnehmern während der Spiele gab, im Zeustempel in Olympia aufbewahrt.


Im Laufe der Zeit scheint dieses Rennen an Popularität verloren zu haben. Wir kennen kaum einen Spezialisten in dieser Disziplin aus den Inschriften. Schließlich wurde der Lauf dem Zeitgeist angepasst. Darstellungen seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. zeigen, dass zu dieser Zeit der Waffenlauf kombiniert mit dem Fackellauf am Ende der Spiele abgehalten wurde.

 

QUELLE: Pausanias VI 10, 4

Pausanias präsentiert seinen Lesern die Statuen von Olympia. Hier beschreibt er die Statue von dem Athleten Damaretus:


Damaretus aus Heraia, sein Sohn und sein Enkel gewannen jeweils zwei Siege in Olympia, Damaretus in der fünfundsechzigsten Olympiade, in welcher der Waffenlauf eingeführt wurde, und in der nächstfolgenden; er ist abgebildet mit einem Schild, wie man sie gegenwärtig trägt, mit einem Helm auf dem Kopf und mit Beinschienen. Diese Stücke des Wettlaufs haben jedoch die Eleer und auch die übrigen Hellenen später wieder abgeschafft.


Der Waffenlauf wurde im Jahr 520 v. Chr. eingeführt. Demaretus gewann in dieser Disziplin 520 und 516 v. Chr. Von der ursprünglichen Rüstung für den Lauf (Helm, Schild und Beinschienen) blieb zu Pausanias Zeit nur noch der Schild übrig.

 

(Übersetzung adaptiert von Hans Reichardt)