Augustus

 

Büste des Augustus
Diese Büste zeigt den Kaiser Augustus mit Bürgerkrone auf dem Haupt. Typisch für Porträts des Augustus sind die Ebenmäßigkeit sowie die Unbewegtheit seiner Gesichtszüge, die dem Kaiser eine erhabene Erscheinung verleihen.
(Bild: Foto von Bibi Saint-Pol / gemeinfrei)

Wie römische Politiker vor ihm veranstaltete auch der Adoptivsohn Caesars und erste römische Kaiser Augustus Gladiatorenspiele und Tierhetzen in Rom. Dabei handelte es sich um gigantische Spektakel mit tausenden von Teilnehmern; man stellte sogar eine Seeschlacht nach, wobei man zu diesem Zweck einen künstlichen See aushob. Augustus jedoch war auch am griechischen Sport interessiert. Griechische athletische Wettbewerbe waren den Römern seit über einem Jahrhundert bekannt, jedoch waren sie in Rom stets nur Teil der Feierlichkeiten im Rahmen eines Triumphs. Augustus förderte den griechischen Sport und fand Inspiration bei den Olympischen Spielen. Mit der sogenannten „lex Iulia theatralis“ erließ er ein Gesetz, welches – wie in Olympia – Frauen das Beiwohnen der Sportveranstaltungen verbot.


Nach seinem Sieg über Antonius und Kleopatra in der Seeschlacht bei Actium (September 31 v. Chr.) errichtete Augustus die Stadt Nikopolis („Stadt des Sieges“) an der Westküste Griechenlands, wo alle vier Jahre zu Ehren seines persönlichen Schutzgottes Apollo Spiele abgehalten wurden. Diese Actischen Spiele gehörten zu den wichtigsten der Spielen des Reiches, wie mehr als dreißig Kopien dieser Spiele im Osten des Mittelmeerraums beweisen. Augustus erbaute ein Festviertel in der neuen Stadt mit einem Stadion, einem Gymnasion, einem Theater, einem Hippodrom und Bädern. 2 v. Chr. wurden auch die „Sebasta“ („Kaiserspiele“) in Neapel ins Leben gerufen, einer griechischen Stadt im Süden Italiens. Dazu kam es jedoch nicht auf kaiserliche Initiative hin, sondern die Stadt Neapel richtete sie zu Ehren des Kaisers aus.


Der Kaiser unterstützte darüber hinaus griechische Sportwettbewerbe in Olympia und in den östlichen Provinzen durch Gebäude und Subsidien. Dafür wurde er durch Statuen in der Nähe der Stadien geehrt. Er nahm nicht selbst teil, aber zwei Mitglieder der kaiserlichen Familie, Tiberius und Germanicus, siegten sogar bei den Wagenrennen in Olympia. Augustus pflegte außerdem seine Beziehung zu dem Athletenverband, indem er die Privilegien der Sportler ausweitete. Daher wird Augustus zu Recht als ein wichtiger Faktor der zweiten Blüte des griechischen Sports gesehen.